Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit

Der Bereich des zentralen Qualitätsmanagements ist ebenso wie das Nachhaltigkeitsmanagement spartenübergreifend aufgebaut. Landgard bietet Kund*innen und Mitgliedsbetrieben ein ausgereiftes Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das erfolgreich weiterentwickelt und gelebt wird und ein integraler Bestandteil der Firmenphilosophie ist. Dabei besitzen die Sicherung höchster Produktqualitäten und Standards sowie die nachhaltige Weiterentwicklung der Produktsortimente oberste Priorität. Beginnend mit Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette umfasst dies ein Rückstandsmonitoringsystem für alle Produkte, die Umsetzung von Produkt- und Prozessstandards sowie individuelle Dienstleistungspakete und Produktkonzepte für die Kundschaft. Zu den 2025 erfolgreich umgesetzten Zertifizierungsstandards zählten im Bereich der Obst- und Gemüsevermarktung IFS, QS, QS-FIN, FIAS, Fairtrade, Rainforest Alliance, Bio, Naturland, Bioland, Demeter, Regionalfenster, Herkunftskennzeichen Deutschland und verschiedene Qualitätszeichen. Im Bereich der Blumen- und Pflanzenvermarktung waren es ISO 9001:2015, GlobalG.A.P. CoC, FSC, Fairtrade, Bio und Regionalfenster. Für die gesamte Landgard eG wurde das Energiemanagement nach ISO50001 erfolgreich zertifiziert.

Mit der Erstellung einer unternehmensbezogenen Klimabilanz für die Landgard Obst & Gemüse GmbH & Co. KG hat Landgard bereits im Jahr 2024 einen wesentlichen Schritt im Bereich Klimaschutz unternommen und setzt diesen mit einer jährlichen Weiterentwicklung der Klimabilanzierungen konsequent fort. Dabei werden neben den eigenen Emissionen auf Unternehmensebene und in der direkten Lieferkette auch die Emissionen berücksichtigt, die im Produktionsprozess z.B. durch die Landnutzung entstehen. Auf Basis der Klimabilanz für das Jahr 2022 wurden konkrete Ziele und Maßnahmen ausgearbeitet, die zu einer nachhaltigen Reduktion der Treibhausgasemissionen und damit zu einem klimafreundlicheren Unternehmen führen. Die Ziele wurden von der Science-Based-Targets Initiative auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien unabhängig überprüft, bewertet und im Einklang mit dem weltweiten Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, festgelegt. Im Sinne einer ganzheitlichen unternehmensweiten Klimaschutzstrategie wird die Klimabilanzierung ab 2026 auf die Landgard eG ausgeweitet und umfasst damit sämtliche Landgard-Tochtergesellschaften in einer einheitlichen Klimaschutzstrategie, die im Rahmen der SBTi validiert wird.

Ergänzend zum bereits etablierten TrayC-System wurde bei ausgewählten Fachhandelskunden  das Mehrwegsystem EPT projektartig ausgeweitet. Die Nutzung eines Mehrwegsystems verhilft dabei zu weiteren Ressourcen-Einsparungen. Insbesondere vor dem Hintergrund der gesetzlichen Verpflichtung im Rahmen der europäischen Verpackungsverordnung, ab 2030 im intra- und interlogistischen Bereich ausschließlich Mehrwegverpackungen zu nutzen, konnten so bereits wertvolle Erfahrungen für eine mögliche Umstellung gesammelt werden. Alternative Umsetzungsmöglichkeiten der gesetzlichen Vorgaben werden derzeit zusätzlich evaluiert.

Neben der europäischen Verpackungsverordnung hat die europäische Kommission weitere Richtlinien auf den Weg gebracht, die das operative Geschäft insbesondere im Blumen- und Pflanzenbereich nachhaltig beeinflussen. Dese Richtlinien, wie z.B. die Entwaldungsverordnung oder auch die EmpCo-Richtlinie gegen allgemeine, nicht verifizierbare Umweltaussagen, müssen teilweise bereits in 2026  umgesetzt werden. Daher war das Jahr 2025 durch zahlreiche Ist-Analysen und Planungsprozesse geprägt, die 2026 zum Abschluss gebracht werden. Auf diese Weise stellen wir auch in Zukunft eine rechtskonforme Vermarktung unserer Produkte sicher.

Ein weiteres spannendes nachhaltiges Projekt ist die geplante Ausweitung des Portfolios an klimaneutralen Produkten auf dem Weg zur Dekarbonisierung, der Reduzierung weltweiter Treibhausgasemissionen. Beispiele hierfür sind klimaschonend produzierte Bananen, Avocados sowie Tomaten und Erdbeeren oder Zierpflanzen.

Abgerundet wurden die vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten von Landgard durch zahlreiche kleinere, regional begrenzte Aktionen. So werden seit August 2021 beispielsweise alte Druckerpatronen und Stifte bei Landgard gesammelt und gegen Spendenerlöse fachgerecht entsorgt oder recycelt.

Erstmalig wird im Jahr 2026 für das Geschäftsjahr 2025 ein freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht in Anlehnung an die CSRD-Vorgaben erstellt. Hierfür wurde im Jahr 2024 mit einer umfassenden doppelten Wesentlichkeitsanalyse begonnen, die relevante Themen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales für die Landgard eG identifiziert und eine gesetzeskonforme Berichterstattung ermöglicht.