Vorstandsbrief

Liebe Mitglieder der Landgard eG,
sehr geehrte Damen und Herren,

die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland war im Jahr 2025 insgesamt von Stagnation mit leichten Erholungstendenzen geprägt. Insgesamt ergibt sich für das Gesamtjahr lediglich ein sehr geringes Wachstum von 0,2 %, was die anhaltende Konjunkturschwäche verdeutlicht. Die Preisentwicklung entspannte sich hingegen spürbar: Die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt bei rund 2,2 % und näherte sich damit wieder dem Ziel der Europäischen Zentralbank an. Dennoch blieb das Konsumklima gedämpft. Am Arbeitsmarkt zeigte sich eine Verschlechterung. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresverlauf an. Gründe hierfür waren die schwache wirtschaftliche Dynamik und strukturelle Probleme, insbesondere in der Industrie.

Die konjunkturelle Stagnation war auch Folge von geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten, die den Welthandel bremsten. Für die Unternehmen in Deutschland bedeutete dies vor allem Planungsunsicherheit und schwache Nachfrage.

Hinzu kamen für Landgard auch 2025 wieder teils ungünstige Wetterbedingungen in wichtigen Erntemonaten sowie die Auswirkungen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Diese haben sich 2025 in einem konstant hohen Niveau der Energie- und Rohstoffpreise sowie in negativen Auswirkungen auf die gesamte Supply Chain in Bezug auf Warenverfügbarkeit und Logistik geäußert. Im Ergebnis sieht sich Landgard seit einigen Jahren mit zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert: Steigende Kosten, volatile Witterungsbedingungen und eine generelle Konsumzurückhaltung stellen die gesamte Branche vor Herausforderungen.

Der insgesamt schwierigen Marktlage will Landgard mit dem Zukunftsprogramm NOVA begegnen – und gleichzeitig seine komplexen Verwaltungsstrukturen verschlanken und sich im Bereich Digitalisierung noch besser aufstellen. Das auf der Vertreterversammlung der Landgard eG am 24. Juni 2025 in Essen erstmals vorgestellte Modernisierungsprogramm umfasst zahlreiche Teilprojekte, mit denen Landgard seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und aktiv den Strukturwandel in der Grünen Branche mitgestalten will. Ziel ist es, bis 2030 zur zentralen Plattform für grüne Wertschöpfung zu werden.

In dem beschrieben schwierigen Marktumfeld hat Landgard im Jahr 2025 einen Umsatz von 1,7 Mrd. EUR und damit knapp 0,1 Mrd. EUR weniger als im Vorjahr erzielt. Dank Prozessoptimierungen sowie eines aktiven Kosten- und Energiemanagements haben wir ein positives Ergebnis (EBT) in Höhe von 3,3 Mio. EUR erreicht.

Der Umsatz in unserem Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen lag 2025 bei 1,3 Mrd. EUR und damit um 1,0 % unter dem Vorjahresniveau. Er spiegelt damit die langfristige Marktentwicklung wider. Die beobachtete Entwicklung steht im Kontext weiterhin herausfordernder makroökonomischer Rahmenbedingungen, die maßgeblich durch ein erhöhtes Zinsniveau, geopolitische Spannungen sowie eine daraus resultierende Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte beeinflusst werden. Die negativen Umsatzauswirkungen konnten in erster Linie durch Zuwächse bei der Versteigerung und dem Klokservice von Veiling Rhein-Maas sowie aufgrund des erstmaligen Ganzjahreseffektes der Gesellschaft Landgard Fiori & Piante S.r.l. nahezu kompensiert werden. Weitere Informationen zum Geschäftsverlauf im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen sind in den folgenden Kapiteln dieses Geschäftsberichtes zu finden.

Das Geschäftsfeld Obst & Gemüse hat 2025 einen Umsatz von 415 Mio. EUR erzielt. Das entspricht einem Rückgang um 13,4 %. Der Fokus von Landgard Obst & Gemüse lag weiterhin auf der Optimierung von Prozessen mit dem Ziel, die Marge zu steigern. Der Geschäftsbereich hat sich 2025 auf die Vermarktung von Produkten der zur Genossenschaft gehörigen Mitgliedsbetriebe sowie auf die Erbringung von produktbezogenen Dienstleistungen konzentriert. Fremdproduzierte Ware wird dann hinzugezogen, wenn es im Sinne der ganzjährigen Warenversorgung notwendig ist. Neben der Vermarktung wurde auch weiterhin der Ausbau der nationalen und internationalen Erzeuger*innenstrukturen weiter fortgesetzt. Dabei ist das vordergründige Ziel die Stärkung des ersthändigen Warenbezugs in den relevanten Anbauregionen, um bestmöglich auf derzeitige und zukünftige Kund*innen- und Marktanforderungen reagieren zu können.

Für den Vorstand der Landgard eG war 2025 nach dem Ausscheiden des bisherigen CEO im Juni ein Jahr des Umbruchs, der Veränderung und der Neuausrichtung. Nach mehreren planmäßigen und inhaltlich zusammenhängenden Wechseln in der personellen Zusammensetzung wurde Ende März 2026 die Vorstandsbesetzung mit Moritz Krannich und Christoph Klöpper erreicht, auf die seit Juni 2025 hingearbeitet wurde. In dieser Konstellation werden wir als Vorstand weiter an den wichtigen Projekten aus unserem Zukunftsprogramm NOVA arbeiten. Damit werden wir Landgard fit machen für die Zukunft – strukturell, digital und kulturell.

Das Kapitel „Das Landgard-Jahr 2025“ bietet einen kompakten Überblick über ausgewählte Projekte und Themen des Jahres 2025.

Alles Weitere können Sie in unserem digitalen Geschäftsbericht 2025 unter geschaeftsbericht.landgard.de nachlesen.

Vielen Dank an alle Mitgliedsbetriebe, Erzeuger*innen und insbesondere auch unsere Mitarbeiter*innen für die Zusammenarbeit und das Engagement im Geschäftsjahr 2025.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Vorstand Landgard eG